Barcelona per Pedes – 120km, 27 Tapas, 5 Tage, 3 Berge, 2 Strände und ein Meer

Barcelona
Barcelona
Meine neue Liebe und die für mich geilste europäische Stadt…
Am Gründonnerstag ging es mit Germanwings von Köln nach ❤️ Barcelona ❤️ . Trotz der Ereignisse der Vorwoche hatte ich kein komisches Gefühl als ich in das Flugzeug stieg. Mit einer Stunde Verspätung ging es los und um 20.30h waren wir schon in Barcelona.
Unser Zimmer hatten wir über Airbnb bei Marcelo gebucht.

Marcelo wohnt mit 4 weiteren Leuten aus der ganzen Welt in einer sehr großen WG in einer ruhigen Seitenstraße der Las Ramblas im Stadtteil El Raval. Wir hatten ein großes Zimmer mit Balkon, eine große Küche und zwei Bäder, die wir nutzen konnten. Wer also mal eine tolle Unterkunft in Barcelonas Mitte sucht, kann sich gerne bei mir melden. Marcelo war die ganze Zeit über ansprechbar und sehr hilfsbereit. Wir fuhren vom Flughafen mit dem Aerobus in 35 Minuten zum Plaza Catalunya (10,20 Euro hin und zurück), total einfach.
Die Las Ramblas -wer kennt sie nicht vom Hören Sagen- ist eine 1,2km lange Flaniermeile im Zentrum der Stadt, oben der Plaza Catalunya, unten der Hafen. Viele Touristen, Kellner, Blumenhändler, Souvenirstände, knallfarbiges Eis, Personen mit komischen, lauten Quietsch-Geräten im Mund – am besten macht man hier schnell die Biege und passt dabei gut auf seine sieben Sachen auf.
 Las Ramblas Barcelona
Am oberen Ende der Las Ramblas, am Plaza Catalunya gibt es das Café Zürich. Hier hatten wir am ersten Morgen bei fantastischem Sonnenschein auf der Terrasse unser Frühstück mit Baguette und Capucchino und konnten wunderbar das Treiben auf dem Platz und in Richtung Las Ramblas beobachten. Das Preis-Leistungsverhältnis ist für diese Lage auch fein.
Eigentlich wollten wir einen typischen Touri-Hop-on-Hop-off Bus nehmen, um einen ersten Überblick über die Stadt zu bekommen. Doch der war uns zu voll. Wahrscheinlich waren alle Reisenden der ganze Welt an diesem Osterwochenende in Barcelona 😀 So beschlossen wir jungen und aktiven Hüpfer alles zu Fuß zu machen. Unser ausgereifter Schrittzähler wird uns am Ende der Reise über unsere Fitness aufklären… Auf geht`s 🙂
Ungefähr in der Mitte der Las Ramblas befindet sich auch schon mein erstes Highlight von Barcelona: der Mercat de la Bouqueria. Hier schlägt das Herz der Foodies höher 🙂
Hier befinden sich Markthallen voll mit Fleisch, Wurst, Schinken, Fisch, Meeresfrüchte, Käse, Honig, Öle,  Obst und Süßes. Hier trifft man sowohl eine Menge von Touristen, als auch Einheimische bei ihrem täglichen Einkauf an. An vielen Ständen kann man nicht nur Probierportionen kaufen, sondern auch gleich ein Mittagessen zu sich nehmen. Die Stände auf dem Markt sind von montags bis samstags von 8 bis 19 Uhr geöffnet, samstags ist teilweise schon ab 14 Uhr Siesta. Es war herrlich um hier ein erstes Frühstück oder einen kleinen Snack Zwischendurch zu genießen. Die Vielfalt der Foodstände war wirklich beeindruckend.
 Foodmarket
Gleich gegenüber des Marktes geht es (auf der anderen Seite der Las Ramblas) in einen Teil der Altstadt von Barcelona: in das Viertel Barri Gòtic. Dies ist das älteste Stadtviertel. Am besten schlendert ihr hier planlos durch die vielen engen und verwinkelten Gassen und lasst das Stadtbild auf euch wirken: tolle Gebäude, kleine süße Geschäfte und immer wieder eine lockende Tapas-Bar. Wirklich schön, um sich treiben zu lassen und die vielen kleinen Details der Stadt auf sich wirken zu lassen. In der Carrer de Ferran, die Straße an der Ecke KFC/MCDonalds, gibt es gleich zu Beginn eine stylische Tapas-Bar: Tapatxi. Hier haben wir zwei Mal gegessen, weil es sehr lecker war. 10 Pinchos oder 6 Tapas bekommt man hier für € 15,-. Dazu ein leckeres Gläschen Vino Tinto und der Abend läuft 🙂
Und nun nehme ich euch einmal mit quer durch die Stadt:
Der Arc de Triomf befindet sich nicht nur in Paris, sondern auch in Barcelona. Zur Weltausstellung 1888 wurde er als Haupteingangstor errichtet. Der Bogen ist in rötlicher Ziegelbauweise in einer Höhe von 30m errichtet worden. Kein Highlight, aber nett anzuschauen auf dem Weg zum Park Güel, am Ende einer weitläufigen Promenade die in Richtung des Parc de la Ciutadella verläuft.
 Barcelona Triumpfbogen
Mein zweites Highlight hätte die Sagrada Familia werden können. Dies ist die größte römisch-katholische Basilika in Barcelona und wurde, wie man sofort erkennen kann, von Antonio Gaudi entworfen. Die Kirche liegt nördlich der Altstadt im Stadtteil Eixample. Leider ist das Weltkulturerbe bis heute unvollendet, so befanden sich bei unserem Besuch sehr viele Gerüste und Absperrplanen an der Kirche, was ich persönlich als sehr schade empfand. Start des Baus war 1882 und nach aktueller Planung soll er 2026, zum 100. Todestag von Gaudí, fertiggestellt sein. Dennoch ist ein Besuch ein Muss und sollte mit auf die Liste 😉
 Sagrada Famiia
So wurde mein tatsächliches zweites Highlight der Park Güell. Auch er wurde von Gaudi erschaffen und hat eine Größe von über 17 Hektar (ca. 220 Handballfelder 😉 ). Es befinden sich drei Gebäude innerhalb des Parkgeländes: das Wohnhaus der Familie Güell, das heute eine Schule ist, das Wohnhaus von Gaudi (das heutige Museum) und das auch heute noch bewohnte Haus eines befreundeten Architekten. Gaudi achtete beim Bau des Parks auf eine umweltgerechte und kostengünstige Verwendung bestehender Materialien. So wurden die bestehenden Erdformen genutzt und gestützt und fügten sich in das übrige Gelände ein. Für die vielen Mosaike nutzte er Abfälle der nahegelegenen Keramikfabriken. Der Terrassenplatz an der großen Freitreppe ist heute Treffpunkt vieler Musiker und Maler. Hier kann man sich eine Weile ausruhen und das Treiben der Künstler beobachten. Ganz oben gibt es einen kleinen Platz von dem man eine wunderbare Aussicht über Barcelona hat, unbedingt hochgehen! Bei dem Anstieg zum Park selber kann man auch schon einiges in den kleinen Gassen entdecken.
 Park Güel
Mein Highlight Nummer 3: der Berg Montjuic. Den 173m hohen Berg kann man vom Hafen aus mit der Seilbahn erreichen.  mit Bar im Freien. Man kann aber natürlich auch hoch laufen 😉 So hält man sich, wenn man die Las Ramblas runter zum Hafen geht anschließend rechts und gelangt nahezu automatisch auf den Berg. Verschiedene Weltmeisterschaftsläufe für Formel 1 und Motorräder und die  Olympischen Sommerspiele 1992 fanden hier statt. Sehenswert sei wohl auf die Wasserspiele am Brunnen Font Magica, die freitags und samstags ab 21 Uhr stattfinden, die wir aber leider nicht gesehen haben. Die Festung Castell de Montjuic war früher oft Ausdruck der Fremdherrschaft und die Stadt wurde von hier aus mehrmals bombardiert und beschossen. Wir gingen links um die Festung herum und trafen schon nach kurzer Zeit auf eine kleine Außenbar mit Klappstühlen und -tischen mitten in der Natur und teilweise mit Ausblick auf die Stadt. Hier wurde gegrillt und ein Hippie-Geburtstag gefeiert. Wir entspannten hier mehrere Stunden bei einem (zwei, drei, vier?) gekühlten Bier mit chilliger Musik in der Sonne. Herrlich war`s.Barcelona Aussicht
Zwei Berge sind noch nicht genug, der dritte und auch höchste folgte dann am nächsten Tag. Der Berg Tipidabo ist schon aus dem Stadtzentrum heraus erkennbar, da sich auf ihm ein Freizeitpark mit Riesenrad befindet. Der Freizeitpark ist touristisch, voll und echt nicht schön. Aber wenn du die tolle Aussicht erleben möchtest, dann musst du dort hoch! 🙂 Ein laaaaaaaanger Marsch stand uns bevor. Erst sah es garnicht sooo weit entfernt aus, aber ich kann euch sagen an Tag 4 hatte ich einfach keine Lust mehr zu laufen 😀 Aber das hilft ja nix und in einen Bus wollten wir immer noch nicht steigen. Also weiter geht es. Ein langer Aufstieg, endlos lang ging es nur Berg hoch. Bitte unbedingt die Karte auspacken, sonst verläuft man sich im Wirrwarr der Gassen (und ich weiß wovon ich spreche 😉 ). Die letzten Höhenmeter werden mit einer Gondel, die auf einer Schiene läuft, bewältigt. Für € 7,70 geht es hoch und auch wieder runter. Oben angekommen wusste ich: Ja das hat sich definitiv gelohnt. Ein grandioser Ausblick auf Barcelona und Umgebung! Definitiv das Highlight Nummer 4. Wow!!! 512 Meter ist er hoch. Oben auf dem Gipfel des Bergs ist der Temple Expiatori del Sagrat Cor. Vorbild der Kirche ist Sacre-Coer de Montmatre in Paris. Auf der Kirche befindet sich eine bronzende Christusstatue, die mit ausgebreiteten Armen über die Stadt auf das Meer blickt und an Rio de Janeiro erinnert.
 Tipidabo
Drei Aufstiege.. nun hieß es: Chillen am Strand. Unglaublich wie facettenreich diese tolle Stadt ist. Ausgangspunkt war natürlich wieder die Las Ramblas, runter zum Hafen und links halten Richtung Barcelonetta.
Hier kann man den ganzen langen Tag an der Promenade flanieren, in einer der Strandbars einkehren und einfach nur am Strand entspannen und die Seele baumeln lassen. Ein gekühltes Bier auf der Sonnenliege am Strand an noch niemandem geschadet 😉 Danach probierte ich meine tatsächlich erste (!) Paella. Ich fand sie lecker, glaube aber dass es nicht das Optimum an Paella war. Daher erwähne ich den Namen der Strandbar auch nicht 😀
Ein Strand in direkter Nähe zur Stadt… mein Highlight 5!
 Strand Barcelona
Zum guten Abschluss noch eine Tapas-Empfehlung von Marcelo: In der Straße Blai befindet sich eine Tapas-Bar nach der anderen, viele junge aber auch Leute mittleren Alters, wenige Touristen, ein wenig Feiermeile. Und die Tapas, die wir in vier unterschiedlichen Bars ausprobiert haben, waren überall super ! Sehr zu empfehlen ist das Lokal Blai 9.
Ach und fasst hätte ich noch etwas vergessen: Eine leckere Auswahl von verschiedenen Wurstsorten kann man in uriger Atmosphäre im La Bodegueta probieren. So stelle ich mir einen typisch spanischen Abend vor.
Und dann nahte nach 5 Tagen oder nach 120km zu Fuß zurückgelegtem Weg der Heimflug. Zurück in die Realität ohne Tapas, Pinchos und ohne spanische Lebensfreude. Aber wir haben die Sonne im Gepäck und ganz viele Erinnerungen an eine tolle Zeit in Barcelona. <3
 P.S.: Auf dem Busweg Richtung Flughafen ist uns noch ein tolles Gebäude und ein schöner Patz aufgefallen, den wir bis dato nicht auf dem Schirm hatten. Es war der Plaza de Espana. Ups.. den haben wir wohl ausgelassen. Ein Grund mehr nochmal her zu kommen 🙂 …vielleicht haben wir ihn auch absichtlich ausgelassen 😉

3 Comments

  • Hallo,
    ich sitze hier im Büro und lese Deinen Artikel, als hätte ich nichts anderes zu tun :-). Deine Erlebnisse lesen sich so toll und ich habe Lust bekommen. Kannst Du eine ungefähre Preiskategorie abgeben zu dem Zimmer bei Marcello?
    Vielen Dank und liebe Grüße
    Andrea

  • Wow! Ich war 2013 mal dort und bin seitdem ubsterblich verliebt. Wenn ivh dort einen Job finden würde, hätte ich direkt meine Sachen gepackt und rüber 😉
    Supertipp mit der Übernachtung. Könntest du mir den Kontakt schicken? Meine E-Mail: agnessia@web.de Danke!

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