Palawan – mein kleines Borneo

PalawanNachdem wir die Hälfte unserer Reisezeit auf Bohol verbracht haben, flogen wir von Cebu nach Puerto Princesa auf Palawan. Hier sollte unsere Roller-Rundreise starten, doch es kam alles anders als geplant.

Unser Plan war es von Puerto Princesa nach El Nido zu fahren und wieder zurück. Soweit unser Plan… 😉 Erst fuhren wir am frühen Morgen mit der Ferry von Bohol nach Cebu, mit dem Taxi dann zum Airport und dann mit Cebu Pacific nach Puerto Princessa auf Palawan. Was ein Akt.. Leider fliegt nur Air Swift ein Mal am Tag von Cebu nach El Nido (meist 6.300PHP), ansonsten kommt ihr immer nur nach PPS. Da wir zu früh am Flughafen waren, fragten wir die nette Dame bei Check In, ob wir einen Flug eher nehmen können und schwups buchte sie uns um, mit dem Hinweis “beeilt euch, es geht in 15 Minuten los”. Wie cool ist das denn bitte?! 🙂 Keine Wartererei, einfach los, Palawan wir kommen  🙂 Also, mein top Tipp: Nachfragen kost nix 😉 Der kurze Flug von 1,5h war schnell vorbei, ab raus aus dem Flieger und auf zur Scooterstation.

Palawan, wo ist eigentlich Palawan? Die Insel gehört zu den Visayas, die im Westen der Philippinen liegen und im Süden an Malaysia angrenzen. Palawan gehörte ein Mal zu Borneo und hat auch die große Artenvielfalt des Pflanzen- und Tierreichs. Im Süden der insgesamt 450km langen Insel (Oh ja man unterschätz ganz schnell die Dimensionen auf der Karte!) gab es mal eine Brücke nach Borneo. Meine Wahrnehmung war auch, dass es hier auch tatsächlich eine viel größere Artenvielfalt der Flora & Fauna und der Tiere gibt. Endlich ganz unterschiedliche, tolle Pflanzen und Bäume ❤️  Palawan gehört, was man so liest und hört, zu den beliebtesten Reisezielen auf den Philippinen. Mit Palawan verbindet man schöne Strände und unberührte Natur und yes (!) genau das gibt es hier 😍 So, und jetzt raus aus dem Airport, rechts halten und ab zu Peter Palawans Scooter Rental. Die gechilllten Jungs hatten unseren Scooter schon parat gemacht, 350 Pesos pro Tag, jeps, das läuft bei uns 🙂  Backpack aufgeschultert und los ging es. Wir fuhren dann ca. 1,5 Stunden mit unserem Speedy-Roller die Küste entlang, hoch Richtung Norden. Next stop:

Coopers Beach Resort – auf dem Weg zwischen El Nido und Puerto Princesa

Das von einer deutschen Family geführte, kleine Resort befindet sich in guter Lage zum Underground River, daher machten wir hier Halt. Die Anlage besteht aus elf wirklich großen Doppelzimmern mit Klimaanlage. Die Eigentümer sind sehr nett und geben einem hilfreiche Tipps. Das ganze Resort ist so liebevoll eingerichtet, überall an den Wänden befinden sich Muscheln, die in einem Muster angeordnet sind. Hier merkt man sichtlich, dass alles mit Liebe zum Detail gebaut wurde. Es gibt einen kleinen Pool, ein Restaurant mit einem kleinem Buffet am Morgen und am Abend, ein Beachvolleyballnetz und eine lauschige Strandbar. Das Essen war lecker, besonders das selbstgemachte Brot. Es gab jeden Abend auch ein deutsches Gericht, wünscht man sich vielleicht im ersten Moment nicht im Asienurlaub, aber es war trotzdem super lecker 😉 Auf zum Strand, nach der Rollerfahrt wollten wir uns ein bisschen erholen. Strand? Schwimmen? Pustekuchen! 🙁 Quallen, Seegras und Algen vermiesen uns hier richtig die Laune in das trübe Wasser zu gehen. Es gibt einen Steg, der weit ins Wasser ragt, da man bei Ebbe schon recht lang durch Matsch & Co. laufen muss.Der Steg ist cool, bei einem leckeren San Miguel schauen wir uns den Sonnenuntergang an, um uns herum nichts. Selbst am Strand ist niemand, endlose Weite, auf dem Wasser und am Strand. Direkt ums Eck sind zwei Ausflugstipps für Nicht-Taucher: der Sabang Undergound River (ca. 1 Stunde mit dem Roller vom Coopers) und die Waterfalls (ca. 20 Minuten). Website Coopers Beach Resort

Underground River Palawan

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zum Underground River. Unter der Insel hindurch zieht sich ein unterirdischer Fluss. Das Höhlensystem ist teilweise noch unerforscht. Mit geführten Bootstouren können Besucher einen Teil dieser Kalksteinhöhlen entdecken. Wir fuhren mit dem Roller hin: Ein herrlicher Weg, mega! Viel grün, tolle Aussichten und sooo wenig Verkehr, das macht richtig Spaß! 🙂 Ganz gemütlich fuhren wir eine gute Stunde. Hui hier ist trubelig, gaaanz viele Touris 😀 Im Vorfeld haben wir viel darüber gelesen, dass man sich vorher über die Unterkunft anmelden soll oder an einer organisierten Tour teilnehmen soll. Keine Ahnung, ob es besser gelaufen wäre, aber auf eigene Faust hat es auch geklappt 😉 Wir mussten uns im Registration Office anmelden, zahlten unsere Entrance und Environmental Fee und warteten auf ein Boot (ca. 750 Pesos für alles).  Hilfreich ist es, wenn man am frühen Vormittag da ist, denn wenn am Nachmittag die Wellen zu hoch sind, fahren keine Boote mehr. Ätsch 😀 Wir fuhren mit dem einen Boot zu einer Bucht, dort schnell aussteigen und umsteigen auf ein anderes, kleines Ruderboot. Achja, Schwimmweste und Helm abholen nicht vergessen, sehr stylisch 😉 Die grün-türkis schimmernde Lagune sieht wunderschön aus. Ein bizarres Bild mit all den orangenen Schwimmwesten und dem Abfertigungston der Bootsmänner. Wir fuhren ca 4km in die Höhle rein und wieder zurück. Der Bootsmann leuchtete mit seiner Taschenlampe die Stalagmiten und die vielen Fledermäuse an. Auch wenn ihr zu Beginn einen elektronischen Führer ins Ohr bekommt, nehmt ihn raus und lauscht der totalen Ruhe in diesem unterirdischen Fluß. Wir sahen dort wirklich beeindruckende Formationen innerhalb der Höhle, die die Zeit geformt hat. Schlangen und Warane seien wohl auch im Wasser, also Finger schön im Boot halten 😉 Der unterirdische Fluß ist ein UNESCO Weltkulturerbe und eines der 7 Naturweltwunder. Wirklich beeindruckend! Insgesamt waren wir sehr gemütlich einen Tag unterwegs und chillten am späten Nachmittag im Coopers. Tripadvisor Underground River Palawan

Olanguan Waterfall Palawan 

Am nächsten Tag fuhren wir ca. 19km vom Coopers in Richtung Norden, an KM 73 ist der Olanguan Waterfall. Für 500 pesos (2 Personen) kann man sich einen Ranger nehmen und dieser führt einen ca. 1 Stunde durch den Dschungel zum Waterfall. Auf dem Weg dorthin überquert man fünf mal den Fluss, mal über eine Brücke von Bambusstöcken, mal über Steine, mal trocken, mal weniger trocken 😀 Tiere haben wir leider keine gesehen. Nach einer Stunde erreichten wir das Ziel, eine Art Swimming Pool am Waterfall. Herrlich kaltes Wasser, das brauchten wir auch 😀 Die kleinen Fische knabberten an einem wie in einem Fischspa. Wir waren dort die einzigen Touristen, es war herrlich ruhig und natürlich und es gab keine Souvenirshops, so wie man es vielleicht von anderen Wasserfällen kenn 😉 Doch eigentlich sind es drei Wasserfälle.  Am ersten Waterfall hatten wir das Glück, dass gerade eine Gruppe von Offiziellen der Region auf einer Expedition dort waren. Hier nahm uns ein einheimischer Guide mit auf die andere Seite des Waterfalls, also zu Wasserfall 2 und 3. Erst hier begann es ein wenig abenteuerlich zu werden als wir über Stock und Stein klettern mussten 🙂 Der Ausflug war kein Highlight, aber die Natur diesen einsamen Plätzchens war wunderschön. Nach einer weiteren kleinen Abkühlung an Wasserfall 1 steuerten wir unsere nächste Unterkunft in Richtung Port Barton an. Unser eigentlicher Plan war es, weiter Richtung EL Nido zu fahren, doch der Besitzer des Coopers Beach Resort schwärmte so sehr von Port Barton, dass wir unsere Pläne über Board warfen und einen kleinen Umweg einlegten. Tripadvisor Olanguan Waterfall Palawan

Die beste Airbnb Unterkunft auf dem Weg nach Port Barton

Unsere Unterkunft auf dem Weg dorthin hatten wir über Airbnb gebucht: Kilometer 106 auf dem Weg von Puerto Princesa nach El Nido 😎 Wir fuhren an der Hauptstraße ab Richtung Meer, bis wir zu einem riesigen orangenenen Haus gelangten. Dort wohnen die Bradleys in einem mega schönen Holzhaus. Der Kanadier Tom und seine philippinische Frau Belle haben ihr Haus vor ein paar Jahren direkt am Strand gebaut. Die komplette obere Etage gehört den Gästen. Man wird hier ein kleiner Teil der Familie, denn das Paar wohnt unten. Belle kocht abends für uns und macht uns am Morgen ein tolles Frühstück. Am Strand kann man ellenlang laufen, Muscheln suchen, den Fischern und Muschelsuchern zuschauen wie sie ihr Essen suchen oder sich an den vielen Kindern erfreuen, die einem total happy und aufgedreht hinterherlaufen und immer wieder winken 😍 Dieser Platz ist ein Traum für Erholungs- und Ruhesuchende ❤️  Wir haben uns super wohlgefühlt. Außer dem Meeresrauschen, den Gekkos und den Zirpen hört man hier nichts. Keine Touristen und dafür aber auch keine Restaurants oder Foodstände. Hier kann man es gut ein paar Tage aushalten. Ich hatte immer das Bild eines freien Künstlers oder Schriftstellers vor Augen, der auf der großen Veranda im ersten Stock in der Hängematte liegt, seinen Blick Richtung dichtbewachsenes Dschungelgebiet oder Richtung unbebauten dunkelblauem Meer mit Weitblick eingesäumt von Palmen schweifen lässt und seine Inspiration für seine nächsten Werke hier findet… Airbnb Beautiful beach house

Mit einem weinenden Auge, dass wir diese wunderbare Location schon nach einem Tag wieder verlassen musste, aber auch einem lachenden Auge und riesiger Vorfreude fuhren wir am nächsten Morgen nach Port Barton. Wir waren gespannt auf das heimliche Paradies von Palawan…

👆🏼Aufgrund der aktuellen Ereignisse auf den Philippinen möchte ich an der Stelle noch einmal hinzufügen, dass wir uns zu keiner Zeit unsicher oder unwohl gefühlt haben (März 2017).✌🏼

2 Comments

    • Hallo Peter, ach Wahnsinn und unbedingt! 🙂 In El Nido waren wir nicht… obwohl wir es vor hatten. Wir haben bei Port Barton einen super Ort gefunden und dachten uns, schöner kann es im vermeintlich vollen El Nido nicht sein und blieben einfach dort.

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