Südafrika Reisetipps – Überblick über das Land

Kapstadt Tafelberg Suedafrika

Eine Reise nach Südafrika bedeutet Natur pur! Die Suche nach den Big 5 der Tiere im Krüger Nationalpark, eine wunderbare Aussicht vom Tafelberg, Wandern in den Canyons und eine Tour durch das vielseitige Kapstadt sollten auf eurer Reiseliste für Südafrika nicht fehlen 😉 Reisebloggerin Simone nimmt uns heute mit und lässt ihre Reise für uns Revue passieren. Normalerweise ist sie im Londonfieber und bloggt auf Totally London. Ich bin total begeistert…vom Interview, von Simones Erinnerungen, von Südafrika. Lest selbst 😉

Die Top 5 Highlights deiner Südafrika-Reise

  • Top 1: Der Tafelberg und sein Nationalpark in Kapstadt
    Schon die Fahrt mit der Seilbahn hinauf ist toll und die Aussicht von oben ist einfach unfassbar schön. Die Stadt breitet sich unter dir aus, das Meer, die Weite, hier oben bin ich immer sprachlos! Wer nicht mit der Gondel fahren will, kann den Weg auch hochwandern. Es gibt diverse Wanderwege für alle Schwierigkeitsgruppen, für den Aufstieg sollte man ca. 3 Stunden einplanen. Falls es etwas aufregender sein darf, kann man sich Teile des Berges abseilen.
  • Top 2: Krüger Nationalpark
    Das größte Naturschutzgebiet in Südafrika ist Heimat von fast 150 Säugetierarten und über 500 Vogelarten. Dazu kommen Reptilien, Amphibien und Fische. Mit ein wenig Glück triffst du auf deiner Safari die Big 5 – Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel und Gepard.
  • Top 3: Boulders Beach
    Wer auf Pinguine steht ist hier richtig. Ja, richtig gehört, in Südafrika gibt es Pinguine und zwar ziemlich viele der Brillenpinguine. Die Kolonie lebt am Strand ein knappe Stunde von Kapstadt entfernt und wenn man mag, kann man sogar zwischen ihnen schwimmen gehen
  • Top 4: Blyde River Canyon
    Der drittgrößte Canyon der Welt liegt in der Nähe des Krüger Nationalparks. Die Gegend ist landschaftlich traumhaft schön, sehr grün, die Felsformationen – die Rondavels – sehen ein wenig aus wie afrikanische Rundhütten. Hier kann man wunderbar wandern, die Natur und Aussicht genießen
  • Top 5: Die Drankensberge
    Perfekt zum Wandern und Natur genießen. Aber auch, um ein UNESCO Weltkulturerbe zu bewundern. Hier gibt es sehr viele Felsenmalerien und Höhlenzeichnungen der San.Suedafrika Krügerpark

Sehenswertesten Orte, Städte und Regionen von Südafrika

Kapstadt ist eine tolle und vielseitige Stadt! Hier hat man schöne Natur, Meer, Stadt, Tiere, tollen Wein, Einkaufsmöglichkeiten und viel Geschichte und Kultur. Du kannst von hier aus gute Ausflüge machen, z.B. nach Hermanus (wo man von Juli bis November Wale bei der Paarung beobachten kann), nach Boulders Beach (wo du mit Pinguinen schwimmen kannst) oder zum Kap der Guten Hoffnung. In der Geschichte Südafrikas gab es viele dunkle Zeiten und wenn du dich mit der Vergangenheit auseinandersetzen möchtest, kann ich dir das District 6 Museum empfehlen, in dem man den Zwangsräumungen ab den 1960 gedenkt, als die Gegend zu einer „White Group Area“ wurde und über 60.000 Schwarze vertrieben und ihre Häuser, Besitztümer und die Gemeinschaft dem Erdboden gleichgemacht wurden. Robben Island ist die Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela 18 Jahre in einer Einzelzelle inhaftiert war. Die Insel ist mittlerweile ein Museum und seit 1999 Weltkulturerbe der UNESCO. Ich war erschüttert, wie klein die Zelle Mandelas ist/war und mein Besuch auf der Insel hat meinen Respekt für ihn noch wachsen lassen.
Besonders wohl gefühlt habe ich mich als Volontärin in der „Vervet Monkey Foundation“ (VMF) in Tzaneen (das liegt am nördlichen Rand von Südafrika in der Limpopo Provinz). Dort habe ich in 2011 mehrere Wochen verbracht und dieser Aufenthalt hat mich nachhaltig beeindruckt und verändert. Während meines Aufenthaltes habe ich mich u.a. um verwaiste Babyaffen gekümmert. Vervet Monkeys (auf deutsche grüne Meerkatzen) werden von vielen Bauern als Ungeziefer angesehen und entsprechend wird mit ihnen umgegangen. Sie werden erschossen, überfahren oder als Fleisch verspeist. Die Jungtiere, die oft noch an der Mutter festhalten, selbst wenn diese tot im Straßenrand liegt, kommen – wenn sie Glück haben – zur VMF in die Obhut von Josie und Dave du Toit. Dave hat die Foundation in 1993 gegründet. Mittlerweile arbeiten auch seine Frau Josie, mehrere lokale Mitarbeiter und viele Volontäre hier rund um die Uhr. Die Mitarbeit von Volontären ist unerlässlich, denn ohne sie wäre die ganze Arbeit nicht zu schaffen. Die kommen aus der ganzen Welt und lernen in der Foundation eine ganz andere Welt kennen. Die Unterkunft besteht aus kleinen Holzhütten, die sich je zwei Volontäre teilen. Es gibt keinen Strom und kein Licht in der Hütte. Wir hatten warmes Wasser, wenn wir Glück hatten und die Gastherme funktionierte und als Toiletten gab es zwei Plumpsklos. Bereits nach ganz kurzer Zeit ist das alles Standard gewesen und ich habe erkannt, wie einfach man doch leben und dennoch glücklich sein kann und habe eine tiefe Demut und Dankbarkeit für mein Leben daheim entwickelt. In Europa führen wir wirklich Luxusleben. Ich war während der „Baby-Season“ vor Ort, die beginnt ca. im November und dauert bis Februar. In dieser Zeit haben wir mehrere Jungtiere rund um die Uhr zu versorgt. Sie wurden mit der Flasche gefüttert, gebadet, mit ihnen gespielt und getröstet (denn die Erlebnisse, die oft mit toten Müttern zu tun haben, haben sie fast alle traumatisiert) und geholfen, sie in bestehende Gruppen, sogenannte Troops, zu integrieren. Vervet-Weibchen sind verrückt nach Babys und nehmen ohne Probleme auch fremde Kinder an und umsorgen sie wie ihre eigenen. Das ist für die Arbeit des VMF sehr nützlich und wichtig, denn das Ziel ist es, die Tiere so schnell es geht in ein natürliches Umfeld auszuwildern. Und wenn sich dann schnell „Foster-Mums“ finden, ist das immer ein toller Augenblick und alle Mühen wert. Der VMF liegt mir immer noch sehr am Herzen, ich spende regelmäßig Geld für Futter, Equipment oder den Bau neuer Gehege und ich möchte unbedingt erneut dort mithelfen.Suedafrika Monkeys

Das Besondere an Südafrika

Ganz klar die Tierwelt! Schon als Kind haben mich Elefanten und Affen fasziniert und sie gehören seitdem zu meinen Lieblingstieren. Sie auf einer Safari in freier Wildbahn zu beobachten, ist einfach unbeschreiblich. Zumal man nie weiß, welche Tiere man sehen wird. Es sind wilde Tiere, die durch die Nationalparks streunen und sich nicht immer zeigen wollen. Natürlich will jeder Besucher die Big 5 sehen! Das sind Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel und Gepard. Aber dafür gibt es keine Garantie. Klar lesen die Guides Fährten, können teilweise riechen, wann und ob Elefanten auf dem Weg gelaufen sind, aber letztendlich muss man eben doch auch eine Portion Glück haben. Ich habe meine Big 5 schon fast komplett. Mir fehlt nur noch der Cheetah (Gepard). Aber dafür habe ich Zebras, Giraffen, Antilopen, Gnus, wilde Hunde und Paviane gesehen, so dass ich jedes Mal mit neuen Tieren von einer Safari heimgekehrt bin. Auf Safari zu gehen zeigt mir, wie wichtig es ist, diese Tiere zu schützen. Darum ist auch das Thema Wilderei für Elfenbein ein ganz heikles Thema für mich und Menschen, die sich damit brüsten, z.B. einen Elefanten erschossen zu haben, machen mich sehr, sehr wütend!!

Suedafrika Boulders Beach

Die Südafrikaner & Ihre kulturellen Verhaltensweisen

Die Menschen sind offen, herzlich, hilfsbereit, gastfreundlich und fröhlich. Ich habe nur positive Erfahrungen mit Einheimischen gemacht! Deutsche Pünktlichkeit würde ich nicht zwingend erwarten 😉

Die Nationalgerichte Südafrikas

Als ich in 2003 das erste Mal in Südafrika war, habe ich noch Fleisch gegessen und habe daher auch Kudu, Krokodil, Springbock und Strauß gekostet. Damals fand ich vor allem das Krokodil sehr gut, da es von Konsistenz und Geschmack her eine Mischung aus Fisch und Hühnchen war. Mittlerweile bin ich seit vielen Jahren Vegetarierin und die genannten Gerichte würde ich heute nicht mehr probieren. In der „Vervet Monkey Foundation“ wird komplett vegan gekocht und gelebt. Das ist für Südafrika sicherlich ungewöhnlich, da hier generell sehr fleischlastig gekocht wird und u.a. das „Braii“ (das ist Afrikaans für Braten) sehr beliebt ist. Beim diesem Grillfest kommt sehr viel Fleisch auf den Grill. Mir haben die Weine vor Ort immer sehr gut geschmeckt und ich bin großer Fan von „Savanna light“ geworden, das ist ein Cider, der in kleinen Flaschen mit einem Stück Zitrone gereicht wird. Mit der Zitrone fährt man einmal den Flaschenhals entlang. Was ich auch erst seit meinem ersten Urlaub in Südafrika weiß: Chinin hält Moskitos fern. Daher ist Gin Tonic die optimale Malariaprophylaxe 😉

Das erste Mal in Südafrika – Was gibt es zu beachten?

In Afrika ticken die Uhren ein wenig anders, mit straffem Zeitplan und to-do Liste erreichst du z.B. auf einer Safari nichts. Ich habe in Afrika viel gelernt. Das fing bei Geduld an (denn wilde Tiere zeigen sich wann sie wollen, wenn überhaupt), ging über Dankbarkeit (vieles was wir von unseren europäischen Leben als Standard kennen ist in Afrika Luxus), Entschleunigung und mehr Präsenz im Moment. Wer aus einem hektischen Büroalltag mal wieder das Wesentliche im Leben finden möchte, dem würde ich eine Safari unbedingt empfehlen. Auf einer Pirschfahrt am Wasserloch stehen und die Tiere beobachten während es um einen herum still ist, so dass man die Tiere schlürfen hören kann…auf dem Heimweg ins Camp einen Löwen brüllen hören…am Lagerfeuer ein Bier trinken und den Sternenhimmel beobachten… das sind alles Erlebnisse die nachhaltig beindrucken und die Afrika für mich so besonders machen. Aber man muss sich darauf einlassen wollen.Tafelberg

Von A nach B in Südafrika

Ich gestehe, dass ich leider keine eigenen Erfahrungen zu deinen Fragen habe. Öffentliche Verkehrsmittel bin ich nie gefahren, aber nicht, weil das ggf. gefährlich wäre, sondern weil ich das Glück hatte, dass meine Touren immer mit Kleinbussen stattgefunden haben. Ich habe aber Freunde, die bereits mehrfach mit Mietwagen vor Ort unterwegs waren. Die berichten immer, dass es unkompliziert ist.
Ich buche meine Unterkünfte nie wirklich spontan, aber ich plane Urlaub auch schon Monate im Voraus und suche dann raus, was mir gefällt. Ich kann mir vorstellen, dass gerade die Lodges zu den Hauptbesuchszeiten ausgebucht sind. Ein spontanes Übernachten z.B. im Krüger Park könnte schwer werden, aber das ist echt nur meine Vermutung… Mit eigenem Wagen im Nationalpark geht wohl auch, ich habe dazu schon Posts von anderen Bloggern gelesen, aber das ist nicht so meins. Ich finde es toll, wenn man sich auf das Gespür eines lokalen Guides verlassen kann, der die Spuren richtig lesen kann und im besten Fall auch die Tiere dazu findet. Auf eigenen Faust läuft man ggf. Gefahr eben die Tiere zu verpassen… Du siehst, ich bin eher so ein Planer, der den Einheimischen vertraut, da ist nix mit spontan und alles selber geplant 😉

Ein Urlaub in Südafrika ist Natur pur

Ich finde Südafrika ist sehr geeignet, um einen Natururlaub zu machen, denn es gibt hier einfach so viel an Flora und Fauna und Tieren zu sehen. Auch für Aktivurlaub eignet sich die Region, du kannst den Tafelberg in Kapstadt besteigen und dich dann teilweise von dort abseilen. Ich war mal auf einer 3,5 wöchigen Trekking/Abenteuerreise. Dort sind wir tagsüber gewandert und haben jede Nacht an einem anderen Ort im Zelt übernachtet. Für Adrenalinjunkies könnte der welthöchste Bungee Jump interessant sein. Den kannst du auf der Bloukrans Bridge am Bloukrans River absolvieren. Die Brücke ist 216m hoch.Suedafrika Rondavels

Die beste Reisezeit für einen Urlaub in Südafrika

Wenn es in Europa Winter ist und es regnet oder schneit, ist in Südafrika Sommer. Daher ist Südafrika ein tolles Reiseziel, wenn man in den Wintermonaten Wärme und Licht sucht. Ich war bisher immer zwischen Januar und März vor Ort. Tagsüber wird es schön warm, sobald die Sonne untergegangen ist, wird es jedoch kühler und die Mücken kommen. Lange, helle und ggf. wärmere Klamotten sind also auf jeden Fall empfehlenswert, um warm zu bleiben und sich gegen Mücken zu schützen (die je nach Lokation Malaria übertragen können).

Die Packliste für Südafrika

Ich packe immer mein eigenes Moskitonetz samt kleinem Wandhaken zum Befestigen ein. In vielen Unterkünften sind die Netze zwar vorhanden, aber auch ebenso oft löchrig. Und dann bringt so ein Netz nicht viel. Die gibt es mittlerweile schon kompakt zusammengepackt und leicht.

Weiter ist ein gutes Mückenspray wichtig, denn in Teilen von Südafrika ist Malariagebiet. Ich habe gute Erfahrungen mit No-Bite gemacht. Das am besten vor Ort am Flughafen und oder in einer Apotheke holen. Online bestellen, wenn man es gleich dabeihaben möchte. Auch wenn deutsche Apotheken sagen, dass sie ein Moskitomittel haben, der Wirkstoff ist meist ein anderer und scheint die südafrikanischen Mücken nicht zu beeindrucken.

Gerade wenn man auf Safari fährt, startet man meistens früh morgens zum Game Drive oder macht eine Nachtfahrt. In beiden Fällen kann es frostig werden, daher lange Klamotten und ggf. eine Fleecejacke mitnehmen. Lange helle Klamotten sind übrigens auch ein optimaler Moskitoschutz!

Auch an genügend Speicherkarten für die Kamera und Akkus bzw. Powerbanks denken. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man unfassbar viele Fotos vom gleichen Elefanten/Giraffe/Zebra macht, weil man vor Ort einfach so fasziniert ist. Und dann ist es sehr ärgerlich, wenn gerade dann der Akku versagt oder die Speicherkarte voll ist.Suedafrika Monkeys

Besondere Hotels & Restaurants in Südafrika

Ich habe nur eine einzige Empfehlung und zwar die „Tzaneen Country Lodge“. Während meiner Zeit im Affencamp hatte ich einen freien Tag pro Woche. Manchmal habe ich den mit anderen Volontären in der Country Lodge verbracht. Dort gibt es einen schönen Pool und tolle Massagen, außerdem werden am Pool Snacks und Cocktails serviert. Übernachtet habe ich dort nie, da wir auf dem Gelände der Foundation in einfachen Holzhütten untergebracht waren.

Während meiner Rundreise durch das südliche Afrika haben wir jede Nacht unser Zelt an einem anderen Platz aufgebaut. Gekocht haben wir am Lagerfeuer. Somit habe ich keine Empfehlungen aus dieser Zeit.

Liebe Simone, ich freu mich sehr über deine detaillierten Empfehlungen für alle Südafrika-Reisende. Lieben Dank 🙂 Erzähl uns doch bitte zum Abschluss noch ein bisschen über dich und deinen Blog.Simone Totally-London

Simone schreibt auf ihrem Blog Totally London

Ich bin Simone aus der Nähe von Kassel und ich blogge unter Totally London über meine Lieblingsstadt London. Das Londonfieber hat mich vor über 20 Jahren während einer Studienreise mit meinem Englisch-LK gepackt und seitdem zieht es mich sehr regelmäßig hierher zurück. Ich stelle neue Museen, Events, Restaurants und Locations vor und biete Reiseplanungen an, für alle, die keine Zeit oder Lust haben, sich ihren Aufenthalt in London selbst zu planen.Totally London

Ich freu mich sehr über das Interview und für mich ist klar, ich möchte noch viel mehr -über deine Lieblingsstadt London hinaus- von dir lesen! Habt ihr noch weitere Tipps für Südafrika, die wir auf keinen Fall verpassen sollten? Wie habt ihr Südafrika erlebt? Teilt ihr die Eindrücke von Simone oder habt ihr ganz andere Erfahrungen gemacht? Schreibt einfach unten in die Kommentare, ich freu mich! 🙂

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