#Offtopic: Nachhaltig & fair reisen

Bali Reisterrasse

Auf meinen Reisen steht das Land und der Mensch im Mittelpunkt. Ich möchte keinen Pauschalurlaub, sondern meinen Weg gehen, manchmal auch gegen den Strom. Ich bin eine Entdeckerin, die sich über die einfachen Dinge des Lebens freut, auch über die nicht perfekten Erlebnisse. Denn genau dies lässt mir den Raum für Inspiration und meine Träume. Nachhaltig reisen wird heute oft nur so verstanden, dass man unnötige Flüge vermeidet und damit den Kerosinverbrauch senkt.

Für mich bedeutet es einiges mehr… ich möchte meinen Horizont erweitern, ohne auf meine Lebensqualität verzichten zu müssen. Meine Lebensqualität definiere ich im Urlaub vor allem durch guten Schlaf, leckerem lokalen Essen und herzlichen Begegnungen mit Einheimischen. Einhergehend damit bedeutet das für mich aber auch, Rücksicht auf Klima und Umwelt, auf andere Menschen und andere Kulturen zu nehmen.

Wir Deutsche sind die Reiseweltmeister. Selbst die Amerikaner geben nicht annähernd so viel für ihren Urlaub aus. Wird damit aus unserer Reisewut ein Fluch statt einem Segen für unser System? Ich denke wir sollten uns über den Kerosinverbrauch hinaus Gedanken zum nachhaltigen Reisen machen und schauen wie wir die Ressourcen vor Ort sorgsam und gezielt nutzen und wie wir die wirtschaftliche Entwicklung in den bereisten Ländern unterstützen können.Markt Asien

Nachhaltiges Reisen bedeutet für mich:

  • Suche und erfahre soziale Begegnungen mit Einheimischen und begegne ihnen mit Respekt
  • Nutze die begrenzt vorhandenen Ressourcen bewusst und sorgsam
  • Unterstütze die regionale Küche der Einheimischen
  • Erlebe die kostbare Natur
  • Entschleunige im Alltag und gönn dir und deiner Umwelt eine Pause

Begegne Menschen mit Respekt und gehe achtvoll mit deren Lebensräumen um

Wo immer es dich hin verschlägt, denk immer daran, dass unser Urlaubs- und Erholungsraum der Lebensraum der einheimischen Bevölkerung ist. Vor allem in den ärmeren Ländern und Regionen kann dies schnell zu Konflikten führen, wenn du dies nicht beachtest. Dein Urlaub öffnet dir im besten Fall eine neue Perspektive im Umgang mit anderen, mit der Umwelt und auch im Umgang zuhause.

Ein fairer, dankbarer, respektvoller Austausch mit meinen Gastgebern und einheimischen Kontakten ist mir enorm wichtig. Es ist ein tolles Gefühl sich in einem anderen Land spürbar herzlich Willkommen zu heißen. Für mich ist es im Umgang selbstverständlich die Gepflogenheiten, Verhaltensweisen und die Kultur zu respektieren. So achte ich in der Auswahl meiner Unterkünfte und Essensplätze darauf, dass ich die lokale Bevölkerung unterstütze. Ich ziehe deshalb einheimische Unterkünfte vor. Ich geniesse statt Standard-Fastfood die kulinarischen Highlights der Region, die in einem riesen Topf über offenem Feuer von der Mama ums Eck angeboten werden.

Mach dich schon einmal vor deiner Reise mit der Kultur und Natur deines Reiselandes vertraut. Die wichtigsten Worte in der jeweiligen Sprache waren für mich bisher auch immer sehr hilfreich, um Gespräche zu eröffnen. Es zeigt euren Respekt und ihr bekommt meist ein herzliches Lächeln geschenkt.

Gehe achtsam mit den vorhandenen Ressourcen um

Meine komfortablen, deutschen Ansprüche sollten im Urlaub nicht dazu führen, dass ich unnötig die knappen Ressourcen verschleiße. Ich bemühe mich umweltfreundliche Verkehrsmittel auszuwählen, das Flugzeug innerländisch wegzulassen und auf den Bus oder den Zug umzusteigen, somit die Umwelt so wenig wie nötig zu belasten.
Auch oft und ungerne gesehen ist ein extremer Handtuch- und Wasserverbrauch in den Unterkünften. Hier kann jeder von euch noch achtsamer handeln. Braucht ihr wirklich jeden Tag ein neues Handtuch? Müsst ihr wirklich eine halbe Stunde duschen oder gilt es nicht dem Primärziel sauber zu werden? Beides senkt den Wasserverbauch.
Reise mit weniger Gepäck! Ich mache nun seit 2 Jahren die Erfahrung, dass weniger mehr ist! Je schwerer der Backpack oder der Koffer ist, desto mehr CO2 fällt auf der Fahrten in und im Urlaub an. Packe wirklich nur soviel ein, wie du wirklich benötigst. Glaub mir, wirklich nötig ist nicht viel.. Und es ist so befreiend und easy.. Du musst weniger Wäsche schleppen, kannst zwischendurch alles waschen gehen und alles riecht wieder toll.
Eine Klimaanlage im Zimmer ist mir ein Graus.. Ja ok, es ist schön sie MAL EBEN anzumachen, aber seid euch bewusst die Klimaanlage ist einer der größten Stromfresser in eurem Urlaub. Eurer Zimmer macht sie kälter, den Rest der Welt aber gleichzeitig wärmer.. Denkt mal drüber nach.

SchwimmenderMarkt Bangkok

Probiere die regionale Küche und unterstütze die lokale Wirtschaft

Gehe über die Grenzen deines Reiseführers hinaus. Immer dann habe ich die besten Entdeckungen und tollsten Erlebnisse erfahren. Geh auf Entdeckungstour: Esse in einheimischen Imbissen, trau dich! Es schmeckt (meist) super! Kaufe deine Souvenirs auf dem Markt oder kleinen Geschäften und probiere landestypische Besonderheiten. So kannst du total leicht die lokale Wirtschaft unterstützen und erlebst gleichzeitig die fremde Kultur hautnah.

Erhalte die Natur und hinterlasse nichts

Wenn du reist, dann achte auf deine Natur. Geh sorgsam mit ihr um. Werfe keinen Müll weg und hinterlasse nichts. Auf eine Dschungeltour achte darauf Flora und Fauna so wenig wir möglich zu zerstören und die Tiere so wenig wie möglich zu stören. Klingt vielleicht selbstverständlich, ich stelle leider immer wieder fest, nein, ist es nicht.. Sei dabei ein Vorbild für andere.

Reise entspannt und lass dich treiben

Gönn nicht nur dir, sondern auch der Umwelt eine Pause. Fahr einen Gang runter, überdenke, ob z.B. die nächste Fahrt nötig ist. Entschleunige deinen Alltag, komm zur Ruhe und erlebe deine Reise bewusster. Hake nicht einen Punkt auf deiner Route nach dem anderen ab, sondern lasse dich auf deine Reise, die Einheimischen, deiner Umgebung und die Natur ein. Genieße den Moment, jeden einzelnen.

Ich hoffe ihr denkt nun nicht, dass ihr euch zu sehr einschränken müsst und die ganzen Tipps eure Freude am Reisen verdirbt. Ganz im Gegenteil, begegne deiner Umwelt bewusster und du wirst deinen Urlaub nachhaltig in Erinnerung behalten. Viel Spaß bei deiner nächsten Reise!

 

5 Comments

  • Finde ich super, dass du dieses wichtige Thema hier auf dem Blog aufgreifst, Tini! Danke dafür <3 Auch wenn man die Sachen schon weiß, ist das eine gute Erinnerung, um wieder bewußter darauf zu achten.

    Lg, Karin

  • Super Artikel zu einem sehr wichtigem Thema. Ich kann jeden Aspekt genau so unterstreichen. Vor allem, was das Essen mit den Einheimischen angeht, das betreiben wir auch leidenschaftlich 😀 In vielen Ländern wie zum Beispiel Ägypten waren wir überrascht, wie unendlich günstig das Streetfood sein kann: Falafeltaschen, frisch gepresste Säfte oder Koshary für wenige Cent – unglaublich! (Beweisfotos gibt’s hier: https://www.the-vegan-travelers.com/de/afrika/aegypten/vegan-in-aegypten.html :P)
    Natürlich spielt auch die Wahl des Verkehrsmittel eine große Rolle. Wir können nur jedem empfehlen, Trampen mal auszuprobieren. In vielen Ländern klappt das hervorragend und man lernt dazu noch supernette Leute kennen, die einem noch weitere Reisetips geben können, direkt aus erster Hand – besser geht’s gar nicht. 🙂

    Liebe Grüße,
    Chantel

  • Hallo Tina,
    Toll, dass du dich mit dem Thema Nachhaltigkeit auf deinen Reisen beschäftigst und dies auch anderen Reisenden ans Herz legen möchtest! Für mich sind all die genannten Punkte auch wichtig, allerdings darf man sich nicht damit täuschen, dass der Flug zum Reiseziel die CO2-Bilanz der Reise komplett zunichte macht. Ein Flug von Frankfurt nach Phuket in Thailand und zurück verursacht beispielsweise über 5.000 kg Kohlendioxid pro Person, womit diese Person bereits ihr klimaverträgliches Jahresbudget an CO2 verbraucht hat und zwar doppelt (dieses liegt bei 2.300 kg)! Da kann man am Reiseziel noch so sehr versuchen, sich nachhaltig zu verhalten – der Klimaschaden ist dann schon nicht mehr aufzuhalten.
    Ich persönlich habe mir deswegen vorgenommen, nicht mehr als 1x im Jahr zu fliegen und am liebsten eigentlich gar nicht mehr zu fliegen. Ich glaube, dass das für viele Menschen unvorstellbar ist, weil das Reisen einen so großen Teil ihres Lebens ausmacht. Aber für mich heißt ein Leben ohne Fliegen auch nicht, dass ich nur noch zuhause sitze. Man kann zum Beispiel Europa so einfach auch per Bahn bereisen und selbst in Deutschland gibt es so schöne Ecken…
    Und wenn ich dann doch mal fliegen „muss“ (dieses Jahr geht es zum Beispiel nach Island, das war schon lange geplant, bevor ich meinen neuen Entschluss gefasst hatte), dann kompensiere ich die ausgestoßene Menge an CO2 über das Unternehmen „atmosfair“. Dort habe ich für die CO2-Kompensation meines Flugs nach Island 27 € bezahlt und diese werden für Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern eingesetzt, um dort schnell und effektiv CO2 einzusparen (wie zum Beispiel effektive Öfen in Ruanda oder der Ausbau erneuerbarer Energien in Nicaragua oder Südafrika). Atmosfair ist vielfach ausgezeichnet für ihre Qualitätsstandards und Transparenz. Ein Blick auf die Homepage ist sehr spannend und ich finde es ist eine tolle Möglichkeit, den Umweltschaden durch die Flüge wenigstens ein bisschen zu verringern.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn du der Unwelt zuliebe einen Blick auf die Homepage von „atmosfair“ wirfst und dir da ein Bild von machst. Am meisten würde es mich natürlich freuen, auf deinem Blog einmal einen Beitrag dazu zu lesen. Ich glaube es ist sehr wichtig, diese Problematik zu thematisieren und Leuten überhaupt solche Kompensationsmöglichkeiten aufzuzeigen, bis es dann eines Tages einen emissionsfreien Antrieb für Flugzeuge gibt und wir mit null Emission fliegen können. 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Hanna

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